(hä) Wo sonst Badeseegäste, Dauercamper oder
Wochenendausflügler ihre Freizeit verbringen, war
kürzlich nur noch das blau-orange der Arbeitsanzüge der
Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis zu sehen.
180 Mädchen und Jungs maßen
sich in den unterschiedlichsten Disziplinen, denn es
galt, den Zeltlager- Pokal 2011 als Trophäe mit nach
Hause zu bringen.
Das dies nicht ganz so einfach
war zeigten die vielen Stationen, die es zu überwinden
galt. Nicht nur feuerwehrtechnische Fragen oder Übungen
standen auf dem Programm, es mussten auch Fragen zum
Allgemeinwissen oder logische Aufgaben gelöst werden.
Ein Baumstammpuzzle brachte manchen Kopf zum Rauchen,
bis der durchgesägte Baum wieder korrekt zusammengesetzt
war. Schräge Schnitte erschwerten das Zusammensetzen und
brachte manchen zum Verzweifeln.
„Noch 30 Sekunden“, die Ansage
des Schiedsrichters kommt knapp aber präzise und lässt
bei dem Trupp aus Mädchen und Jungen die letzten
Reserven aufkommen. Aufgabe war es, einen Schlauch im
Badesee mit Wasser zu füllen und danach in einem
Behälter zu entleeren. Wer in drei Minuten am meisten
Wasser geschöpft hatte, war Sieger an dieser Station.
Kaum Zeit zum Luftholen blieben
den Jugendfeuerwehren, dann ging es schon weiter zum
Leinenbeutelweitwurf mit Zielwurf. Anfangen mussten die
Nachwuchsretter mit dem unliebsamen Stopfen des
Leinenbeutels mit der Leine, danach hieß es weit werfen,
aber das Ziel treffen. Dass hier manche Leine in eine
andere Richtung flog, war zwar nicht geplant, brachte
aber Anfeuerungsrufe mit sich.
Kreisjugendwart Siegbert
Seifert und sein Team waren begeistert von der
Motivation der Jugendlichen. „Im letzen Jahr waren wir
gerade einmal 80 Jugendliche und Betreuer, dieses Jahr
sind es schon 180“, freute sich der Kreisjugendwart.
Auch auf Gerätekunde wird
großen Wert gelegt. Wie heißen die Geräte und welchen
Verwendungszweck haben diese? Im Notfall muss alles
automatisch kommen, jeder Handgriff muss sitzen und
jeder Befehl korrekt ausgeführt werden. In welche
Brandklasse sind brennbare Stoffe eingeteilt oder welche
genormten Feuerwehrschlauch-Kupplungen gibt es? Auch das
sind Fragen, die Basiswissen voraussetzen und immer
wieder von den jungen Floriansjüngern abgefragt werden.
Dass der Spaß im Vordergrund
stand, machten Übungen wie Beach-Volleyball oder die
Einbeziehung des neuen Fischlehrpfades am Badesee
deutlich. „Die Jugendlichen sollen Spaß haben, denn was
sie jetzt spielerisch lernen, hilft ihnen später im
Ernstfall“, betont Seifert.
Den jungen Rettern ist der Spaß
und die Motivation tatsächlich anzusehen. Auch wenn der
Rückgang von Nachwuchskräften schon zu spüren ist, noch
sind Jugendliche bereit, sich für andere einzusetzen.
Respekt und Anerkennung zollten
denn auch Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Jürgen
Heusinger als Hausherr und Kreisbrandrat Peter
Bulheller, die den Jugendlichen zu ihrem Ehrenamt in der
Feuerwehr gratulierten und den Sieger des
Zeltlager-Pokals 2011 ihren Dank aussprachen. Sieger
wurde die Jugendfeuerwehr aus Rödelmaier/Breitensee. Den
zweiten Platz belegte die Wehr aus Dürnhof I, Dritter
wurde Oberstreu I. Nur wenige Punkte trennten die Wehren
voneinander, was den guten Ausbildungsstandart der
Jugendfeuerwehren in ihren Wehren zeigt.